Johann Nepomuk Nestroy
Johann Nepomuk Nestroy (1801–1862), Österreich: Dramatiker, Schauspieler und Satiriker; prägte das Wiener Volkstheater mit scharfer Gesellschaftskritik und Sprachwitz. Wegbereiter moderner satirischer Bühnenkunst. (geb. Wien, gest. Graz)
Franz Grillparzer
Franz Grillparzer (1791–1872), Österreich: Dramatiker, Dichter und k.k. Beamter; verband Klassik und Romantik mit psychologischer Tiefe und moralischer Ambivalenz. Gilt als österreichischer Nationaldichter. (geb./gest. Wien)
Gavrila Derzhavin
Gawrila Romanowitsch Derschawin (1743–1816), Russisches Kaiserreich: Dichter und Staatsmann; verband höfische Loyalität mit poetischer Eigenständigkeit. Seine Ode Feliza machte ihn berühmt und beeinflusste Puschkin. (geb. Suqır, gest. Nowgoroder Provinz)
Nikolai Michailowitsch Karamsin
Nikolai Michailowitsch Karamsin (1766–1826), Russisches Kaiserreich: Historiker und Schriftsteller. Prägte die moderne russische Literatursprache und schuf mit seiner Geschichte des russischen Staates ein nationales Geschichtsbewusstsein; später Verteidiger der Autokratie.
Alexander Nikolayevich Radishchev
Alexander Radischtschew (1749–1802), Russisches Kaiserreich: Schriftsteller und früher Kritiker von Leibeigenschaft und Autokratie. Seine Reise von St. Petersburg nach Moskau brachte ihm Verbannung nach Sibirien ein; 1802 nahm er sich das Leben. (geb. Moskau, gest. Sankt Petersburg)
Friedrich Schiller
Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759–1805), Württemberg: Dramatiker, Dichter und Mitbegründer der Weimarer Klassik. Mit Die Räuber rebellierte er gegen Tyrannei und musste fliehen. Seine Dramen und Schriften prägten das europäische Geistesleben – an Goethes Seite.
Johann Wolfgang von Goethe
Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), Heiliges Römisches Reich: Dichter und Staatsmann. Mit Werther und Faust prägte er Sturm und Drang und Weimarer Klassik. Er schrieb Europas Zerrissenheit ins Bewusstsein – und wurde selbst zum Klassiker. (gest. Weimar)
Johann Gottfried Herder
Johann Gottfried Herder (1744–1803), Preußen: Philosoph zwischen Aufklärung und Romantik. Er betonte Sprache, Geschichte und Eigenart der Völker statt abstrakter Universalität. Eine Idee zugleich befreiend – und folgenreich. (geb. Mohrungen, gest. Weimar)
Immanuel Kant
Immanuel Kant (1724–1804), Preußen: Philosoph der „kopernikanischen Wende“ des Denkens. Mit kategorischem Imperativ und transzendentalem Idealismus prägte er die Moderne. Er zeigte, dass wir die Welt nicht nur erkennen, sondern mitkonstruieren. (geb./gest. Königsberg)
Stanisław Staszic
Stanisław Staszic (1755–1826), Polen: Priester und Sozialreformer.
Er forderte Bildung, Bauernrechte und wirtschaftliche Vernunft in Zeiten der Teilungen. Für ihn scheitern Nationen weniger an Schwertern als an vernachlässigten Köpfen. (geb. Piła, gest. Warschau)
Julian Ursyn Niemcewicz
Julian Ursyn Niemcewicz (1758–1841), Polen: Schriftsteller und Patriot. Er kämpfte mit Kościuszko, saß im Gefängnis, ging ins Exil und schrieb weiter. Seine Feder hielt ein verschwundenes Land literarisch am Leben. (gest. Paris, im Exil)
Ignacy Krasicki
Ignacy Krasicki (1735–1801), Polen: Erzbischof und Satiriker zugleich. Mit Fabeln und Satiren prägte er die polnische Literatursprache der Aufklärung. Er kannte die menschliche Schwäche – und schrieb für ein Land, das gerade verschwand. (gest. Berlin, in preußischer Obhut)
Hugo Kołłątaj
Hugo Kołłątaj (1750–1812), Polen: Priester und Mitarchitekt der Verfassung vom 3. Mai. Er reformierte Universitäten und wirkte an einer der ersten modernen Verfassungen Europas mit. Vier Jahre später wurde das Werk von den Nachbarmächten zerschlagen. (geb. Wolhynien, gest. Warschau)