Alexander Nikolayevich Radishchev
Alexander Nikolayevich Radishchev (1749–1802), Russisches Kaiserreich:
Schriftsteller, Philosoph und früher Zeuge jener russischen Tradition, die Wahrheit sagen und dafür leiden als untrennbare Einheit begreift. Sein Reise von St. Petersburg nach Moskau – ein Buch, das Katharina die Große wütender machte als so ziemlich alles, was ihre Feinde je gegen sie unternommen hatten – schilderte Leibeigenschaft und Autokratie mit einer Nüchternheit, die gefährlicher war als jeder Aufschrei; denn wer schreit, kann man als Fanatiker abtun, wer ruhig beobachtet, nicht.
Verbannt nach Sibirien, begnadigt, zurückgekehrt, erneut unter Druck gesetzt, nahm er sich schließlich das Leben – ein Ende, das weniger nach Niederlage aussieht als nach einem letzten, unbestreitbaren Akt der Selbstbestimmung in einem Land, das ihm kaum eine andere gelassen hatte. Dass seine Ideen ein Jahrhundert später in den Köpfen jener weiterwirkten, die Russland tatsächlich umstürzten, wäre ihm vermutlich ein zwiespältiger Trost gewesen. (geb. Moskau, gest. Sankt Petersburg)
Alexander Nikolayevich Radishchev (1749–1802) was a Russian writer, philosopher, and social critic whose works helped inaugurate Russia’s radical intellectual tradition. His outspoken attack on serfdom and autocracy in the late 18th century made him a precursor to later revolutionary thought and one of the earliest liberal voices in Russian literature.
Key facts
Born: August 31, 1749 (Moscow, Russian Empire)
Died: September 12, 1802 (Saint Petersburg, Russian Empire)
Education: Leipzig University (law, 1766–1771)
Major work: A Journey from St. Petersburg to Moscow (1790)
Cause of death: Suicide by poisoning