Nikolai Michailowitsch Karamsin
Nikolai Michailowitsch Karamsin (1766–1826), Russisches Kaiserreich:
Historiker und Schriftsteller einer merkwürdigen Doppelnatur – der die russische Literatursprache durch europäische Sensibilität verfeinerte und dann, älter und von der Französischen Revolution geheilt, zum überzeugten Verteidiger der Autokratie wurde; ein Wandel, den man als Verrat lesen kann oder, ehrlicher, als das Schicksal vieler Menschen, die den Fortschritt liebten, bis sie sahen, wohin er führt.
Seine monumentale Geschichte des russischen Staates schuf jenes nationale Geschichtsbewusstsein, das Russland bis dahin in dieser Form fehlte – eine Erzählung, die den Zaren ins Zentrum stellte und der Macht ein literarisches Fundament baute, robuster als jede Verfassung, und dabei dennoch echte Gelehrsamkeit enthielt; was sie unbequemer macht, als sie auf den ersten Blick wirkt. (geb. Michailowka, gest. Sankt Petersburg)
Nikolai Mikhailovich Karamzin (1766–1826) was a Russian historian, writer, and journalist, recognized as the leading representative of literary sentimentalism and the father of Russian historiography. His prose refined the Russian literary language, while his monumental History of the Russian State shaped national historical consciousness.
Key facts
Born: December 12, 1766, Mikhaylovka, Simbirsk Province, Russian Empire
Died: June 3, 1826, Saint Petersburg, Russian Empire
Major works: Letters of a Russian Traveler (1797), Poor Liza (1792), History of the Russian State (1816–1829)
Movement: Sentimentalism
Honors: Orders of St. Anna (1st class) and St. Vladimir (3rd class)